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 Kapitel 1

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BeitragThema: Kapitel 1   Do Dez 29, 2011 3:42 pm

Kapitel 1 - Das Halbblut





Tag 1

In Orion scheint alles ruhig. Doch allen ist klar, dass die momentane Ruhe an den Grenzen zu Echidna nur einen vorübergehenden Waffenstillstand darstellt. Wahrscheinlich haben die Echos noch immer ihre Spitzel im Land verteilt. Wie viele ist unbekannt. Die Nerven der Fürsten und vor allen Dingen die des Königs sind zum Glück nicht mehr so gespannt wie die letzten Monate. Es heißt abwarten. Die verbleibende Zeit wird für Unterricht, Training und Feste verwendet. Auf Greifenstein gehen die Dinge weiter normal ihren Lauf. Doch Ramon von Kre´el lässt sich auffallend oft von Boten über die aktuellen Geschehnisse unterrichten und der Kontakt zwischen den Fürsten besteht ständig. Im Volk wachsen die Gerüchte über Echos und Fabulae weiter an und sind ständiger Gesprächsstoff.


Wetter:

In Gergovia hausen die Eisstürme und schicken die Kälte ins Land. Varon bekommt noch die Ausläufer dieses Unwetters zu spüren und Obaro bleibt vollends verschont. Patara, Obaro und ganz besonders Aldonar genießen sonne mit nur wenigen Wolken am Himmel. Echidna ist dunkel wie immer. Im Norden herrschen ebenfalls Ausläufer der Eisstürme, während im Süden bewölkter bis klarer Himmel einen warmen Tag versprechen.
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Ramon
Der Weise


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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Fr Jan 13, 2012 1:48 pm

Der große Shire Hengst galloppierte mit polterndem Hufschlag über die Zugbrücke von Greifenstein. Im Hof sprangen die Stallburschen auf, um ihrem ankommenden Herren das Pferd abzunehmen. Ramon verlangsamte den Gang seines Pferdes und zügelte Daran schließlich so, dass er in der Mitte des Hofes stehen blieb. Der Hengst senkte seinen dunklen Kopf und kaute auf dem eisernen Gebiss herum. Schaum lief sein Maul herunter und seine Flanken waren schweißgebadet. Ramon stieg ab und der schwarze Mantel umwehte seine Reisegewänder als er raschen Schrittes in Richtung der Eingangshalle marschierte. Hinter ihm führten die Stallburschen und Knappen den Hengst durch den Zwischenhof in Richtung der Ställe. Der Burgherr dagegen öffnete die massive Holztür zur Eingangshalle und verschwand im Inneren der Burg.

Ramons Schritte hallten laut wider als er durch die Halle schritt geradewegs auf die breite Treppe zu. Ramon von Kre´el, Fabulo von Orion, Fürst von Patara. Endlich war er wieder Zuhause. Er war wieder da. Mit Neuigkeiten. Und vielen Problemen. Als er ins obere Stockwerk gelangte blickte er durch eines der Fenster des Ganges. Ein tiefroter Phönix segelte in eintönigen Kreisen über den wolkigen Himmel - Firehawk. Ramon würde seinen großen Freund noch begrüßen müssen. Er hatte ihn schweren Herzens zurück gelassen, als er zur Fürstensitzung des Königs geritten war.

Die Treppe führte Ramon hinauf in den zweiten Stock. Er öffnete die Tür zu seinen Gemächern und warf seinen Mantel über einen der Sessel vor dem Kamin im Empfangszimmer. Sofort kam Turnstile aus einer der seitentüren herein gewatschelt und folgte dem Fürsten, während er im Vorbeigehen einen Stuhl zurecht rückte und die Tür zum Schlafgemach für Ramon aufhielt.

"Schon zurück, Herr? Wie war die Reise?"

fragte der alte Mann. Ramon antwortete mit einer gewissen Müdigkeit und Erschöpfung in der Stimme:

"Anstrengend Turnstile. Anstrengend."

Er begann, sich den schwertgurt abzuschnallen und sich der Reisegewänder zu entledigen. Turnstile nickte verständnisvoll und humpelte zum Schrank, aus dem er Ramons Alltagsgewänder zog und sie Ramon reichte.

"Aber reden wir nicht mehr davon! Es gibt viel zu tun. - Danke, Turnstile"


Später marschierte Ramon wieder über den Inneren Burghof in Richtung der Stallungen. Firehawk würde warten müssen. Zuerst musste er sich nach dem Befinden der Burg erkundigen. Wie erwartet fand er Soraya Toné in dem kleinen Hinterhof, in dem sich der Reitplatz befand. Sie arbeitete gerade mit den beiden Junghengsten, die Ramon ihr zur Ausbildung überlassen hatte. Eine Weile stellte er sich an den Rand und beobachtete aufmerksam Jessens Fortschritte ehe er das Wort an Soraya erhob.

"Sie haben sich verbessert seid ich abgereist bin." Er machte eine kurze Pause, ehe er zu seinem Anliegen kam. "Wie ist es auf der Burg gelaufen, Soraya?"

Die junge Frau war hübsch und stolz. Man sah ihren Zügen den Mut an. Und Ramon schätzte sie als gute Freundin, jedoch in gewisser Weise als einen seiner besonderen schützlinge. Fast hatte er ein väterliches Gefühl für sie entwickelt. Doch im Kampf war er gezwungen dieses in den Hintergrund zu stellen.




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Soraya
Undurchschaubar


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BeitragThema: Re: Kapitel 1   So Jan 15, 2012 12:28 pm

Der Tinkerhengst wechselte von einem entspannten trab wieder in den schritt. Zufrieden Schnaubend kam er schließlich zum Stehen. Soraya lief auf Jessen zu und klopfte ihm den Hals. Dann befestigte sie die Longe auf der anderen Seite des Halfters und entfernte sich wieder von dem Hengst. Sie schnalzte leicht mit der Zunge und Jesse setzte sich wieder in Bewegung, dieses Mal in die andere Richtung. Der Junghengst machte jeden Tag Fortschritte und Soraya war froh darüber. Aber auch Biehre verbesserte sich jeden Tag. Soraya verbrachte viel Zeit mit den beiden Pferden, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt war, die Schüler zu Unterrichten und auszubilden. Ramon hatte ihr die Ausbildung der beiden Junghengste überlassen, und Soraya genoss die Zeit, die sie mit den beiden verbrachte.

Auf einmal hörte sie eine vertraute Stimme hinter sich. Sofort brachte sie Jessen zu stehen und drehte sich um. Ramon stand am Rande des Reitplatzes und fragte sie, wie es auf der Burg gelaufen war. Soraya meinte:

„Es ist gut gelaufen. In der Zeit in der du weg warst, ist nicht besonderes passiert. Die Schüler haben Fortschritte in ihrer Ausbildung gemacht, und wie du selber sehen kannst, auch die Pferde. “

Sie lächelte wurde dann aber wieder ernst und fragte:

„Gibt es irgendwelche Neuigkeiten?“

Sie wusste wie die Lage im Moment war. Deswegen wollte sie auch wissen, wenn es irgendetwas neues gab. Schließlich durfte man die Gefahr, die von den Echos auging, nicht unterschätzen.
Sie hatte selber schon erfahren müssen, dass die Echos gnadenlos waren. Als sie damals Echidna übernommen hatte, waren viele Menschen gestorben und hatten ihre Heim verloren. Auch sie und ihre Familie hatten flüchten müssen.


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Ramon
Der Weise


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BeitragThema: Re: Kapitel 1   So Jan 15, 2012 6:15 pm

Ramon lächelte über Sorayas Antwort. Er freute sich ihr gesicht zu sehen, ihre leuchtenden Augen. Ihre Haare lagen wild gelockt um ihre Schultern wie immer.

Ramon runzelte die Stirn als Soraya nach den Neuigkeiten fragte.

"Damian sind die Hände gebunden. Er weiß genau, dass die Echos noch immer unter uns sind - gut versteckt. Doch sie geben ihm keinen Grund anzugreifen. Die paar Leichen an der Grenze zu Echidna reichen nicht um einen Krieg vom Zaun zu brechen. Vor allen Dingen weil sich keiner der Abtrünnigen an der Öffentlichkeit zeigt.

Letztendlich hat der König Ergreifungsbefehl für jeden Echo, der sich an der Öffentlichkeit zeigt. Die Fürsten lassen ihre Städte und Straßen noch gründlicher überwachen. Ich habe ebenfalls bereits Befehl zur erhöhten Überwachung gegeben.

Es heißt also abwarten. Trotzdem müssen wir uns bereit halten."

Er seufzte und machte eine Pause. Als Soraya mit Jessen an den Zaun kam strich Ramon dem Junghengst über den dunklen Hals und lächelte.

"Na, mein Guter?"

Dann wandte er sich wieder an Soraya.

"Ach ja, und Darius Mainard habe ich wieder getroffen. Er kam direkt aus Aldonar an den königlichen Hof. Ich habe ihn zuletzt vor drei Jahren gesehen. Es ist so viel passiert seit dem..."


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Soraya
Undurchschaubar


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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Mo Jan 16, 2012 5:22 pm

Soraya dachte über Ramons Worte nach. Es gab also nichts neues... Sie wusste, dass die Echos sich nie sehen ließen. Deswegen wusste auch niemand sorecht wie Echos genau aussahen.
Soraya hatte auch nur noch schwache Erinnerungen an die Echos. Das einzige was sie noch wusste war, dass die sie immer Kaputzen getragen hatten. Sie war sich nicht mehr ganz sicher ob es stimmte, dass sie roten Augen hatte, dazu war es zu lange her und zu viele Sagen wurden über diese Wesen erzählt.
Sie blickte zu Ramon und meinte vorsichtig:

"Ich frage mich nur, wie man genau wissen soll, ob es sich wirklich um einnen Echo handelt, wenn man einen sieht. Schließlich weiß niemand genau, wie sie aussehen. Es gibt mittlerweile viel zu viele Sagen und Geschichten."

Gedankenverloren strich sie Jessen über den Hals. Der Hengst schaute sie kurz an, döste dann aber weiter.

Du hast es gut. Musst dir über nichts gedanken machen...

dachte Soraya, während sie Jessen nocheinmal kurz über den Hals streichelte.
Als Ramon davon berichtete, dass er Darius Mainard getroffen hatte, löste Soraya ihren Blick von dem dösenden Pferd und schaute wieder zu Ramon.

"Wie geht es Darius?"

Ramon hatte schon viel über ihn erzählt.


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Jaspis
Das Halbblut


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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Mo Jan 16, 2012 9:41 pm

Die Weststraße lag verlassen da. Es war dunkel und die Wolken trennten sich nur zögerlich über der Grenze zu Patara. Ein letztes Mal schaute Jaspis zurück. Echidna war dunkel und grau. Von Hunger zerfressen. Samael erhob sich vom Boden und stieg mit kräftigen Flügelschlägen schnell auf. Der Greif segelte über Grenze hin und her, wartete auf seinen Herren, wollte ihn nicht aus den Augen lassen. Jaspis drehte sich zurück auf seinen Weg, schlug die schwarze Kapuze seines Mantels, der den hellen Ring an seinem Oberarm verbarg, tief ins Gesicht und machte sich auf nach Patara. Es hatte etwas symbolisches als er den ersten Schritt auf Taranischen Boden setzte. Er hatte mit all dem abgeschlossen. Er begann neu. Das Lebenb hatte gerade erst begonnen und hier war der schnitt, der ihn von all dem Bösen, das hinter ihm lag, trennen würde. Kurz lugten die beiden Augen unter der Kapuze hervor. Rot und Blau. Verschieden wie die Seele des Halbblutes, dem sie gehörten. Kräftigen Schrittes setzte Jaspis seinen weg fort. Über ihm segelte Samael und begleitete seinen Herren.

Die Weststraße führte ohne Umwege nach Patara. Kein einziges Dorf lag auf dem Weg. Niemand traute sich auf die verfluchte Straße. Jaspis war bereits einige Zeit unterwegs als Patara in Sicht kam. Eine geschäftige und typisch mittelalterliche Stadt. Über ihr trohnte auf einem Hügel majestätisch die burg Greifenstein. Dies war sein Ziel. Hierfür hatte er gekämpft um dem Dienst der Echos zu entfliehen. Deshalb hatte er sie alle zurück gelassen. Ein wenig Euphorie kam in Jaspis auf als er sich langsam in die dichter werdende Menschenmenge einreihte. Die Stadt nahm ihn in sich auf, umhüllte ihn und merkte dabei nicht, wen sie da mit all den Eindrücken begrüßte. Samael kreiste nun etwas weiter oben über der stadt, um weniger Aufsehen zu erregen. Er war so ein kluges Tier. Die ersten Menschen blieben stehen, schauten empor und zeigten aufgeregt mit dem Finger auf das Geschöpf. Ein Greif war immer eine Attraktion in Orion. Wenn sie sich so nah an die Stadt wagten war stets ein Reiter in der Nähe.

Jaspis wollte schon direkt in Richtung Greifenstein aufbrechen als er einen Platz erreichte in dessen Mitte ein wundervoller großer Tempel in runder Bauart thronte. Er war den Göttern der Dreieinigkeit geweiht. Jaspis lächelte und steuerte dann unauffällig auf den Tempel zu. Er wollte noch einmal beten bevor er nach greifenstein ging. Er wollte sich den Beistand der Götter einholen. Denn mit dem, was er gleich tun würde, würde ere sich in Lebensgefahr bringen. Andächtig und ehrfurchtsvoll betrat Jaspis den Tempel und kniete auf dem Marmorboden nieder. Er neigte den Kopf. Leise, sodass nur er es hören konnte, sprach er seine Gebtet auf Nanisch. Eine andere Sprache beherrschte er nicht, was sein Unternehmen noch viel gefährlicher machte.

"petranas, sia ithquent majak ve svabol si rigluin ekess jilg sia tobor, ekess itov wux vur tiichi wux. si rigluin dout strongness vur dout othokentinw. petranas sia ithquent majak ve svabol si rigluin ekess jilg sia tobor. tiichi mrith wux."

Nach seiner Bitte legte Jaspis eine Hand an seine Brust, zog das Zeichen der Dreieinigkeit unter seinem Hemd hervor, welches er an einer Kette um den Hals trug, und küsste es, in der Hoffnung, dass sie ihn erhört haben mögen.
Dann stand er leise auf und verschwand so schnell wie er gekommen war.
Als er wieder draußen auf dem Platz stand stieß er einen kurzen leisen Ruf aus und Samael segelte zu ihm hinab. Er wartete bis die Menschen ihm Platz gemacht hatten, dann landete der Greif kraftvoll und krächzte Jaspis an. Dieser strich dem Greif über den Kopf und saß auf. Die Menschen um ihn gerieten in Aufruhr. Sie dachten wohl er sei ein Fabulo, denn solch ein theater veranstalteten sie. Doch einer von ihnen sah kurz, nur ganz kurz, Jaspis Gesicht unter der Kapuze, sah seine verschiedenfarbigen kalten Augen und erstarrte augenblicklich. Doch Jaspis hielt nicht inne um sich ergreifen zu lassen, sondern klopfte Samael auf den Hals und der Greif erhob sich.

"Zur Greifenburg, mein Lieber..."

meinte er auf Nanisch und das Paar erhob sich in die Lüfte.
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Ramon
Der Weise


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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Sa Jan 21, 2012 8:49 pm

Ramon lächelte leicht.

"Man erkennst sie, keine Sorge."

Er schaute Soraya kurz schräg an, knirschte dann mit den Zähnen und meinte:

"Sie sprechen bekanntlich nichts anderes als Nanisch. Daran kannst du sie schonmal erkennen... Aber was sie sind... Einst waren sie Menschen. Das weiß ich noch genau. Das einzige was man wirklich als charakteristisch bezeichnen kann sind ihre roten Augen."

Er brach aprubt ab.

"Aber das weißt du ja alles. Komm, ich lass uns essen gehen! Bring die Pferde in den Stall und dann nichts wie zum Speisesaal."

Er wandte sich um und ging langsam zum Tor. Dort wartete er kurz bis Soraya ihm mit Jessen folgte und ging dann hinaus durch die Stallungen in den Inneren Burghof. Er war froh wieder hier zu sein. Auf dem Weg zum Burghof begleitete er Soraya und begann ein wenig zu erzählen um sich von dem Thema "Echo" abzulenken.

"Darius ist im stress. So wie wahrscheinlich jeder von uns. Aber Bote zu sein ist auch nicht die leichteste Aufgabe... Er wird wahrscheinlich im Spätsommer nach Aldonar zum fruchtbarkeitsfest kommen. Ich habe vor, ihn dort zu treffen."


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Soraya
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Di Jan 24, 2012 2:15 pm

Soraya nickte nur als Ramon, von Daruis erzählte, denn die Echos wollten ihr nicht so recht wieder aus dem Kopf gehen. Sie merkte, dass Ramon nicht mehr über diese Wesen reden wollte, aber Soraya machte sich trotzdem noch gedanken darüber. Denn sie wusste, aus eigener Erfahrung, dass die Echos gnadenlos waren, wenn sie etwas wollten. Und da keiner wusste, was sie vorhatten, war alles möglich.

Als sie an den Stallungen angekommen waren, betrat soraya den Stall und brachte Jessen zurück in seine Box. Der kleine Hengst wieherte den anderen Pferden zu begrüßung zu und lief dann in seine Box. Soraya verschloss die Box und und strich Biehre, dem anderen Junghengst, noch schnell über den Hals. Dann verließ sie den Stall wieder und ging zu Ramon zurück.

Bei ihm angekommen überlegte sie, ob sie die Frage stellen konnte die ihr durch den Kopf ging, denn sie wusste nicht ob Ramon noch über dieses Thema reden wollte. Aber dann entschied sie sich doch dafür sie zu stellen.

"Haben die Beschlüsse die getroffen wurden, irgedwelche auswirkungen auf das Leben in Patara oder speziell hier auf Greifenstein?"

Sie hoffte natürlich das es keine Auswirkungen auf das normale Alltagsleben haben würde, aber so sicher war sie sich da nicht.



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Ramon
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Di Jan 24, 2012 5:52 pm

Ramon schritt bereits vor zum Haupthof, blieb dort stehen und beobachtete das Treiben. Die Mägde huschten über den Hof, die Körbe voll mit Wäsche. Sie liefen vom Haupthaus zur Waschküche und wieder zurück. Die Stallburschen hatten Mittagspause und saßen an der Tür zum Burgfried und aßen, tranken während sie lachten und den Mägden hinterher pfiffen. Ramon lächelte leicht als er das Treiben der Jungspunde sah. Einer der Wachliburniae hatte sich zu den Burschen gesellt und lachte mit ihnen, drückte sich offensichtlich vor dem Wachdienst und wusste nichts als den Burschen das Essen weg zuschnappen.

Ramon fixierte den Wachen mit eisernem Blick. Es dauerte nicht lange bis der Liburnio merkte, dass er beobachtet wurde. Kaum traf er Ramons Blick straffte er den Körper, nahm Haltung an, grüßte und verschwand schleunigst im Burgfried um an dessen Spitze seinen Wachdienst zu verrichten. Auch an den Dienstburschen war dieser wortlose Tadel nicht unbemerkt vorüber gegangen. Sie verstumnmten aprubt, drehten sich nach Ramon um und aßen dann stumm und mit eingezogenen Köpfen weiter. Ramon schmunzelte. Die Disziplin hatte in der Zeit, die er fort gewesen war, etwas nachgelassen...

Er hörte Sorayas feste Schritte hinter sich und drehte sich um als sie sich zu ihm stellte. Ramon wollte gerade zum Speisesaal aufbrechen, hatte sich noch nicht in Bewegung gesetzt als die Fabula ihn etwas fragte. Einen Moment starrte Ramon Soraya an, verwundert über ihr Frage, kam dann jedoch wieder zu sich und meinte:

"Nun, nicht viele. Wie ich bereits sagte, habe ich die Wachen in Patara verdichten lassen, viel mehr können wir nicht tun. Und das weiß auch Damian."


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Jaspis
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Di Jan 24, 2012 7:30 pm

Samaels Schwingen breiteten sich aus als er in den Segelflug überging und die Burg näher kam. Der Greif spreizte die kurzen Schwanzfedern, die schmal an dem Löwenschwanz angelagert waren, und bremste den Flug ab. Mit etwas Flügelschlag ließ er sich zum Burghof hinab gleiten und setzte dann vorsichtig auf dem Hofpflaster auf. Er krächzte laut und schüttelte den gefiederten Kopf. Die Menschen, die bis eben noch ihren Aufgaben nach gegangenb waren, hielten jetzt inne und schauten zu dem außergewöhnlichen Wesen. Erst dachten sie wohl der Greif gehöre zu einem Fabulo, doch die schwarz umhüllte Gestalt auf dessen Rücken passte einfach nicht in die typische Vorstellung eines sogenannten "Guten Kriegers".

Jaspis spürte die Verunsicherung der Menschen auf dem Burghof geradezu in der Luft. Noch immer hatte er die Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Beruhigend strich er seinem Greif über den Hals und ließ sich dann von dessen Rücken gleiten. Sein Mantel wehte dabei unheilverkündend und legte sich nur langsam wieder um Jaspis´ kriegerische Gestalt. Es herrschte vollkommene Stille auf dem Hof. Jaspis hob ein wenig den Kopf, jedoch so, dass man sein Gesicht noch immer nicht unter der Kapuze erkennen konnte.

"Ramon di Kre´el?"

fragte er auf Nanisch. Im Grunde hörte sich dieser harmlose Name in allen Orianischen Sprachen ausgesprochen gleich an, aber dieses kleine Wort dazwischen "di", das "von" bedeutete. Es war unverwechselbar Nanisch. Die Sprache der Echos. Die Menschen sogen die Luft ein, von irgendwoher drang ein Aufschrei. Jaspis kümmerte das nicht. Entscheidend war was jetzt passierte. Er wusste, dass Ramon von Kre´el hier sein musste. Wie er handelte würde über Jaspis´ Leben entscheiden. Entwerder er hörte ihn an oder er ließ ihn umgehend festnehmen oder töten. In gespannter Stille warteten die Menschen darauf, was geschah. Jaspis nicht minder.
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Ramon
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Di Jan 24, 2012 8:09 pm

Plötzlich schaute Ramon hoch. Er kannte solche Flügelschläge. Ein Rappogreif senkte sich zur Burg hinab und landete auf dem Hof. Eigentlich kein besonderer Anblick auf einer Burg, die junge Fabulae und ihre Flugwesen ausbildete. Aber Ramon kannte diesen Greif nicht. Er kannte in der Regel alle Greife seiner Burg und diesen hier hatte er noch nie gesehen. Und als er den Reiter sah war er sich sicher, dass da etwas nicht stimmte. Den Bewegungen der dunklen Gestalt nach war sie auf jeden Fall ein ausgebildeter Krieger, aber selbst die Menschen auf dem Hof merkten, dass etwas nicht stimmte. Der Reiter strahlte eine gewisse Kälte aus.

Als der Reiter das Wort erhob lief Ramon ein kalter Schauer über den Rücken. Nanisch. Eine Sprache, die Ramon beherrschte, aber lange nicht mehr gesprochen hatte. Als Sprache der Echos wurde sie gemieden. Ramon überlegte in Gedanken hin und her. War dieser Reiter eventuell ein Echo? Er musste es sein. Ramon erhob das Wort. Direkt auf Nanisch. Wenn der Reiter eine andere Sprache könnte so hätte er sie wahrscheinlich benutzt.

"Axun?"

Er trat vor, näherte sich dem Reiter und seinem Greifen jedoch nur ein Stück. Es lagen noch einige Meter Abstand zwischen ihnen. Dass Ramon das Gesicht des Reiters nicht sehen konnte irritierte ihn und machte ihn neugierig. Er war darauf vorbereitet was zu tun war, wenn das hier wirklich ein Echo war. Und wie sah es aus wenn es eines war?


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Jaspis
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Mi Jan 25, 2012 2:17 pm

Jaspis hob den Kopf wieder ein Stück. Er war ein wenig erstaunt. Der Fürst von Patara musste vermuten, dass er ein Echo war. Aber er reagierte nicht panisch oder überstürzt. Er ließ ihn weder verhaften, noch töten. Nein. Er trat sogar noch mit Jaspis in Kontakt und gab sich zu erkennen.

Einen Augenblick hielt er inne, dann jedoch begann er zu sprechen.

"Si jatil algbo. Si tepoha itrewica thric dispatch di echidna. Vur si tir ti confn lae vin irlym.

Si rigluin dout letoclo, Ramon di Kre´el."

Jaspis wartete nicht länger darauf, wie der Fürst reagieren würde. Er wusste dass er ihn verstand und das reichte. Er legte alles auf eine Karte, hob den Kopf und setzte die Kapuze ab. Sie fühlte sich fremd in seinem Nacken an, als er sie dort ablegte und dem Füsten ohne Furcht in die Augen schaute. Sein Gesicht war emozionslos, man sah Jaspis einzig die Anspannung des Augenblicks an. Die Menschen auf dem Hof schrien auf, die Angst in ihren Gesichtern war groß, Erschrecken griff auf die Menschen wie Feuer über. Die zweifarbigen Augen schienen als Antwort genug. Ein Echos stand im Hof von Greifenstein. Jaspis atmete tief ein. Dies war der entscheidende Augenblick. Ohne Furcht oder Scham in der Stimme, sondern stark und selbstbewusst meinte Jaspis:

"Nomeno ui svabol si mi. Jaka douhvy sjek wux geou letoclo ve. Si geou jihai rinovup decision wux geou confn."
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Ramon
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Mi Jan 25, 2012 2:30 pm

Kurz überlegte Ramon ob er dem Reiter glauben konnte als dieser meinte, er sei nicht im Auftrag Echidnas hier. Doch ein unbestimmtes Gefühl sagte ihm, dass er dem Echo - er wagte es jetzt, den Reitrer so zu nennen - trauen konnte.
Und dann geschah es. Der Reiter nahm die dunkle Kapuze ab. Als er den Arm hob, der den Stoff in dessen Nacken legte, lugte kurz ein heller Armring unter dem Mantel hervor. Doch was viel schockierender war, das waren die Augen des Reiters. Das eine Blau, das andere tiefrot. Das Auge eines Echos und das Auge eines Menschen. Schwarze Haare fielen dem Reiter ins Gesicht, gaben ihm einen verwegenen Ausdruck. Hätte er gleichfarbige Augen gehabt, so hätte man sein Gesicht fast schön nennen können. Die Konturen waren klar, die Züge fast hart und doch gefühlvoll. Er hatte ein Gewissen dieser Reiter, und Gefühle, das wusste Ramon jetzt. Seine Überraschung wich dem Interesse. Der Reiter musste ein Halbblut sein. Das Kind aus einer verbindung zwischen Echo und Mensch. Ramon hatte nicht gewusst, dass so etwas überhaupt möglich war.

Mit den Worten des Halbblutes wurde er wieder in die Wirklichkeit zurück katapultiert. Die Menschen um sie herum gerieten in Panik. Ramon gebot mit lauter Stimme Ruhe und brachte die Menschen somit wieder zur Ordnung. Sie blieben wo sie waren und beobachteten atemlos was geschah. Ramon legte den Kopf interessiert etwas schräg.

"Svabol ui wux ominak?"

Sein Ton verriet offensichtliches Interesse.


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Jaspis
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Mi Jan 25, 2012 2:42 pm

Jaspis bemerkte wie der Fürst die Menge zum Schweigen brachte. Sie starrten ihn alle an. Doch Jaspis ließ sich nicht irritieren. Er blieb mit dem Blick sturr bei Ramon von Kre´el, der nun den Kopf schräg legte. Die Neugier und das Interesse sprangen ihm förmlich aus dem Gesicht. Jaspis fand die Reaktion ungewöhnlich, aber genau das war es, was ihm das Leben rettete, und worauf er gehofft hatte.

"Jaspis Faraun."

Antwortete er dem Fürsten mit kräftiger Stimme. Fast begann der Fürst ihm sympatisch zu werden, doch solche Gefühle ließ er gerade nicht nach außen dringen und sie waren momentan vollkommen unwichtig.

Samael hatte die ganze Zeit still an seinem Platz, an dem er gelandet war, gesessen, mal den Kopf schräg gelegt. Nun drückte der Greif die abgerundete Schnabelkante in Jaspis´ Rücken. Doch das Halbblut drehte nur den Kopf ein winziges Stück zur Seite und Samael zog sich augenblicklich zurück.

"Si tepohada ekess douhvy lae fronnol else, kiri. Shar si geou slathalin seanf ir symba sia reskafar tobor. Halkvri jaka si tepohada slathalina seanf wer bensvelk symba persvek ve. Shar si shilta thric drongilt ocuir wer virax. Si mi tenpiswo tagoa si rigluin dout letoclo persvek nomeno slathalin."
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Ramon
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Mi Jan 25, 2012 2:55 pm

Ramon nickte. Jaspis Faraun. Ein epischer Name. Ramon beobachtete wie Jaspis seinen Greifen offensichtlich nur durch eine kaum erkennbare Geste zur Ordnung rief. Die Echos hatten ihn ganz sicher ausgebildet. Also hatten sie ihn auch aufgezogen. Er war so gut wie ein Echo. Doch Jaspis´ nächste Ausführungen überraschten Ramon. Er hatte sich also für die gute Seite entschieden und würde sein ganzes Leben lang kämpfen müssen. Im Klartext hieß das, dass Jaspis Faraun, das Halbblut, ein Fabulo werden wollte. Und er brauchte Ramons Hilfe.

Er war überzeugt. Ramon nickte bedeutungsvoll. Seine Worte besiegelten es:

"Si aldoer wux shafaer greifenstein. Lae drong lae wux zexenuma tenpiswo ehis geou shinalt ekess wux."

Ramon drehte sich zu Soraya um.

"Ich denke, du hast verstanden, was passiert ist."

Er legte ihr eine Hand auf die schulter. Dann verkündete er den zusammen gekommenen Burgbewohnern:

"Dieser Mann dort heißt Jaspis Faraun. Er ist ein Halbblut. Halb Echo, halb Fabulo. Er wird bei uns bleiben. Ich bitte euch, keine Furcht vor ihm zu hegen und ihn gebührend willkommen zu heißen."

Dann wandte er sich wieder zu Jaspis.

"Confn ekess ve! si geou show wux Greifenstein. Wux geou itrewic vi cuaili vur breakfast. Si geou personally drill wux."


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