Fire and Ice, between and twice, the good and the evil, so different and equal.
 
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 Kapitel 1

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Léonar

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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Mo Jun 18, 2012 6:14 am

Léonar hatte seine erste Flasche inzwischen fast leer und bekanntlich stieg Wein einem etwas schneller zu Kopf. Erst recht, wenn man das so runter kippt, wie Léonar. Ein letzter Zug, dann war sie komplett geleert. Mit einem etwas verklärten Blick starrte er die Flasche an, bis seinem benebelten Verstand einfiel, dass das ja nicht die einzige gewesen war. Das Öffnen der zweiten Flasche dauerte etwas länger als zuvor, aber es gab wohl kaum eine Flasche, die Léonar nicht auf bekam. Etwas schwankend stand er auf, schaffte es aber dabei, keinen Wein zu verschütten. Übung macht den Meister.

Er lief durch den Festsaal und begutachtete die Einrichtung, naja „genau“. Zwischendurch nahm er immer wieder einen Schluck aus der Flasche. Nun, dafür, dass es ein Festsaal war, war er etwas schlicht, aber gut. Man konnte ja nicht immer alles erwarten. Immerhin war der Wein nicht schlecht. Am Kopfende der langen Tafel entdeckte er einen hochlehnigen Stuhl, der etwas an einen Thron erinnerte. Grinsend schwang er sich über die Armlehne auf die Sitzfläche. Dann breitete er die Arme aus.

„Ich bin der König der Welt!“

rief er so laut, dass es von den Wänden hallte. Dann ließ er seine Beine über die eine Armlehne baumeln und lehnte sich gegen die gegenüberliegende. Grinsend schaute er Soraya und Sias an.

„Na, wie mach ich mich?“
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Sias

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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Di Jun 19, 2012 4:55 am

Sias Laune, die auch vorher schon ziemlich gut war, stieg von Schluck zu Schluck. Die Flasche war mittlerweile schon fast leer, aber es waren ja noch genug da. Das würde alles noch für eine Weile reichen.
In dem Moment sah er, wie Léonar aufstand und durch den Raum lief, oder eher gesagt wankte. Aber da er ja schon bei seiner zweiten Flasche war, verwunderte Sias das nicht allzu sehr. Trotzdem sah es ziemlich lustig aus, wie er da durch den Festsaal schlenderte. Sias versuchte trotzdem nicht los zu lachen, stattdessen wurde sein Grinsen, dass er schon die ganze Zeit im Gesicht hatte noch breiter.

Als Léonar sich nun aber auf dem Stuhl nieder ließ und durch den ganzen Raum brüllte, konnte Sias das Lachen nicht mehr unterdrücken. Laut lachte er auf, und lehnte sich immer weiter auf seinem Stuhl zurück. Leider machte der Stuhl das nicht sehr lange mit, und kippte kurzerhand samt Sias um. Das hielt ihn aber nicht lange nicht davon ab mit dem Lachen aufzuhören. Er kugelte sich am Boden, bis ihm Tränen in die Augen stiegen. Für normale Menschen, wäre diese Situation wahrscheinlich gar nicht so lustig, aber der Alkohol machte eben aus fast allem einen Grund zu lachen. Und es sah auch einfach zu schreien aus, wie Léonar dort auf dem Stuhl hing und sich für den Größten hielt.

Die Weinflasche war zu Bruch gegangen, als Sias auf dem Boden landete, aber da sie sowieso leer war, störte es ihn wenig. Langsam beruhigte er sich wieder und richtete sich auf. Immer noch auf dem Boden sitzend, wischte er sich die Tränen aus dem Gesicht und zog sich dann am Tisch wieder nach oben. Er hob seinen Stuhl wieder auf und ließ sich wieder darauf nieder. Dann nahm er sich eine neue Flasche Wein. Immer noch lachend, öffnete er sie und nahm, nach dem das Lachen für einen Moment aussetzte einen tiefen Schluck.
Dann schaute er zu Léonar und meinte:

“Das sieht echt zu gut aus.“

Der Satz kam etwas undeutlich über seine Lippen, aber er merkte es gar nicht. War ja schließlich auch egal, störte ja niemanden.
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Soraya
Undurchschaubar
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Mi Jun 20, 2012 4:51 am

Soraya nahm die Flasche entgegen, die Sias ihr reichte, trank aber noch nichts davon. Sie überlegte immer noch, ob es nicht besser wäre, einfach aufzustehen und zu gehen. Aber was würde sie dann tun? In ihrem Zimmer sitzen und an die Wand starren? War auch nicht wirklich eine schöne Beschäftigung. Da war es wohl immer noch besser hier zu sitzen und ein bisschen zu feiern. Auch wenn sie nicht genau wusste, was die beiden unter feiern verstanden. Aber so wie die beiden sich den Wein hinunter kippten, war betrinken bei ihnen wahrscheinlich eine Art Feier.

Soraya seufzte und nahm dann aber schließlich doch einen Schluck Wein. Sie wusste selbst, dass sie nicht besonders viel vertrug, aber das war ihr egal. Wenn sie betrunken war, konnte sie wenigstens nicht mehr nachdenken. Ohne noch einmal darüber nachzudenken, trank sie die Flasche halb leer.
Noch merkte sie von dem Alkohol nichts, aber das konnte ja noch kommen.

Sie schaute sich um, als Léonar auf einmal vom anderen Ende des Tisches herum brüllte, dass er der König der Welt wäre. Auf ihrem Gesicht erschien ein Lächeln. Naja, für das, dass er ziemlich klein war, hatte er eine ganz schön große Klappe. Soraya war sich sicher, dass das nicht nur vom Wein kam.
Plötzlich hörte sie hinter sich wie Sias sich nicht mehr ein bekam vor Lachen. Dann folgte ein lauter Schlag. Soraya wandte sich um, um zu sehen was passiert war. Sias lag auf dem Boden und lachte sich halb tot.

Na das kann ja noch lustig werden heute.

Dachte Soraya, als sie einen weiteren Schluck Wein nahm. Langsam spürte sie, wie der Alkohol ihre Gedanken verschwimmen ließ. Jetzt schadete es auch nichts mehr, wenn sie noch mehr trank. Eigentlich kannte sie ihre Grenzen und wusste wann es Zeit war aufzuhören. Aber… was soll´s?! Ein bisschen Spaß hatte noch keinem geschadet.


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Léonar

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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Mi Jun 20, 2012 7:31 am

Léonar musste grinsen, als Sias vor Lachen nach hinten umkippte. Der lernt es in diesem Leben wahrscheinlich auch nicht mehr, immerhin war es nicht das erste Mal, dass er seine Stühle überlastete. Na ja, Léonar konnte ja große reden schwingen: Sein „Stuhl“ stand recht stabil. Sein etwas vernebelter Blick glitt zu Soraya, der der Zweifel und die Unsicherheit ins Gesicht geschrieben war. So deutete zumindest Léonar ihren Gesichtsausdruck. Und der konnte es schon im nüchternen Zustand nicht gut mit Menschen, da wollte man gar nicht darüber denken, wenn er betrunken war...

Aber anscheinend kam er sich nun doch etwas sehr vom Schuss ab, denn er stand wieder auf, kurz suchte er halt am Tisch, dann lief er wieder zurück zu Sias und Soraya.

„Tja, so bin ich halt, immer gutaussehend, in jeder Situation.“

meinte er grinsend zu seinem Kumpel und klopfte ihm auf die Schulter. Dann setzte er seine Wanderung fort, zu Soraya, die auf der anderen Tischseite saß. Mehr oder wenige geschickt setzte er sich auf die Tischplatte und rückte ganz nah zu ihr hin. Denn so schlecht sah sie ja nicht aus, das musste man ihr lassen. Oder vernebelte der Alkohol etwa seine Sinne? Wahrscheinlich ein bisschen von beidem. Auf jeden Fall baggerte er Soraya ziemlich plump an, aber was wollte man von ihm in diesem Zustand mehr erwarten?
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Sias

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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Do Jun 21, 2012 5:21 am

Sias hatte sich mittlerweile wieder vollends beruhigt. Auch er konnte mal mit dem Lachen aufhören. Auch wenn es nicht oft vorkam, dass er mal nicht grinste. Er war eben ein ziemlich gut gelaunter Mensch, oder auch einfach etwas verrückt. Aber diese Entscheidung ließ er andere fällen. Die mussten schließlich mit ihm auskommen.

Belustigt sah er zu, wie Léonar aufstand und sich dabei am Tisch halten musste. Na der hatte wohl auch schon den einen oder anderen Schluck zu viel getrunken?! Denn Sias wusste, dass Léonar eigentlich ziemlich viel vertrug, aber irgendwann hatte auch er einmal genug. Theoretisch sollte Sias auch nicht mehr allzu viel trinke, denn seine zweite Flasche war auch schon fast leer. Aber aller guten Dinge waren ja bekanntlich drei.

Er wollte sich gerade eine neue Flasche nehmen, als er sah, wie Léonar sich an Soraya heranmachte. Anscheinend wollte er heute Abend noch ein wenig mehr Spaß haben und Sias wollte seinem Kumpel, diese Gelegenheit natürlich nicht kaputt machen. Mit einem vielsagenden grinsen stand er auf. Er war zwar etwas wackelig auf den Beinen, konnte sich aber nach einem kurzen Augenblick doch in Bewegung setzen. Bevor er den Saal verließ rief er noch über die Schulter:

“Dann noch viel Spaß ihr beiden.“

Dann schloss er die große Holztür hinter sich und machte sich wankend auf die Suche nach den Zimmern. Denn irgendwo musste er heute Nacht ja schlafen.
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Katara

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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Do Jun 21, 2012 7:09 am

Kataras Schritte hallten von den Wänden des Korridors wieder. Die Gedanken der Frau kreisten noch immer um das eben vergangene Training und das, was sie auf dem Vorhof gehört hat: Das wohl zwei Fabulo zu spät gekommen waren, sich aber wohl weder entschuldigt haben, noch Reue gezeigt hätten. Im Gegenteil: Sie haben sich zusammen mit Soraya in die Festhalle verzogen. Wohlgemerkt, nachdem sie den Weinkeller ausgeräumt hatten. Im Gegensatz zu den meisten anderen, nahm Katara das aber mit Humor. Vielleicht brachten die mal wieder etwas Action in das Leben der Burg.

Aber gut, ihr Problem war das ganze nicht, denn wahrscheinlich würde sie mit den Beiden kaum etwas zu tun haben. Die Hände in den Hosentaschen vergraben lief sie durch den Gang, den Blick auf den Boden gerichtet. deshalb sah sie auch nicht, ob da was im Weg war. Das hatte zur Folge, dass sie ziemlich heftig gegen jemanden prallte. Autsch.

Verwirrt trat Katara ein paar Schritte zurück, um dem Mann ins Gesicht sehen zu können. Vom sehen her kannte sie ihn nicht und er würde auch auf die Beschreibung der Leute auf dem Vorhof passen. Also war er wohl einer der beiden Neuen. Naja, so schlecht sah er ja nicht aus - wäre er nicht so stockbesoffen.

"Ähh...tschuldigung."

nuschelte sie und blieb etwas verunsichert stehen.
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Sias

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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Sa Jun 23, 2012 4:33 am

Immer noch auf der Suche nach irgendeiner Tür die vielleicht der Zugang zu einem Zimmer war, achtete er nicht wirklich auf seinen Weg. Hätte er auch wahrscheinlich nicht geschafft wenn er kein Zimmer gesucht hätte. Denn aus irgendeinem Grund schafft er es nicht geradeaus zu laufen. Merkwürdig. So viel hatte er jetzt auch wieder nicht getrunken. Oder vielleicht doch? Naja, war ja aber egal. Er musste trotzdem ein Zimmer finden. Ob er jetzt zu viel getrunken hatte oder nicht.

Er merkte jedoch bald, dass er unten wahrscheinlich lange nach einem Zimmer suchen konnte. So viel er sich im Moment erinnern konnte, waren die Zimmer der Fabulae meistens oben im ersten Stock. Na dann musst er jetzt wohl nach einer Treppe suchen, die nach oben führte. Das dürfte nicht ganz so schwer werden. Hoffe er jetzt einfach mal. Treppen waren in der regel nicht allzu klein.

Nichtsahnend lief er weiter, als er auf einmal spürte, wie jemand gegen ihn lief. Er blieb stehen um zu sehen, wer da so unachtsam gewesen war. Vor ihm stand eine Frau, die anscheinend auch ein wenig verwirrt war. Mhm... entweder sie hatte es eilig gehabt oder sie rannte öfters mal einfach so Menschen um. Sias wusste ja noch nicht, was für Menschen hier genau lebten. Dafür war er noch nicht lange genug hier.

Als sie sich entschuldigte meinte er nur, ziemlich undeutlich:

"Nix passiert."

Dann wollte er seinen Weg fortsetzen. Jedoch musste er noch einen Moment stehen bleiben, sonst wäre er wahrscheinlich umgekippt.
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Katara

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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Sa Jun 23, 2012 5:54 am

Sie hatte auch nie gedacht, dass ihm bei dem Zusammenstoß irgendetwas passiert war, aber gut, wenn er meinte, dass diese Bemerkung nötig war... Aber so wie er sprach, wusste er auch nicht so ganz genau, was er da genau erzählte. Mit verdutztem Blick schaute Katara ihm hinterher, als er davon ging. Nein, nicht ging...wankte. Also sie würde an seiner Stelle ja am liebsten ins Bett gehen, aber sie bezweifelte, dass er wusste, wo die Schlafräume waren. Im nüchternen, wie betrunkenen Zustand. Diese Ahnung wurde noch dadurch bestätigt, dass er in die völlig falsche Richtung ging.

Seufzend wandte Katara sich um und tippte ihm auf die Schulter.

"Komm mal mit, ich zeig dir, wo die Schlafräume für die Fabulae sind."

Ganz sicher, ob er sie verstanden hatte, nahm die Liburnia ihn an der Hand und zog ihn mit sich. Er strauchelte ab und zu mal, weswegen sie ihn irgendwann stützte. Mit Entsetzen dachte sie an die bevorstehende Treppe. Aber auch die schafften sie halb taumelnd, halb fallend im Schneckentempo. Dann brachte sie ihn in den Trakt der Fabulae, den sie eigentlich nicht betreten durfte, aber uneigentlich war diese Regel ziemlich schwachsinnig und außerdem scherte sie sich schon länger nicht mehr um die Regeln in dieser Burg. Schnell war ein freies Zimmer gefunden. Sie wandte sich zu dem Neuen.

"Tja, da wären wir. Wünsch dir noch ne Gute Nacht!"

Mit diesen Worten wandte sie sich um und machte sich auf in den Liburniaetrakt.
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Sias

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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Sa Jun 23, 2012 7:30 am

Auf einmal spürte er wie ihm jemand auf die Schulter klopfte. Oder bildete er sich das jetzt ein? Etwas verwirrt drehte er sich um, aber da spürte er auch schon wie er an der Hand genommen und mitgezogen wurde. Er brauchte einen kurzen Moment um die Worte zu registrieren, die die Frau zu ihm gesagt hatte. Aber irgendwann gaben sie für Sias einen Sinn. Jetzt musste er wenigstens nicht mehr durch diese Burg irren. Auch gut. Langsam merkte er nämlich, dass seine Beine nicht mehr lange mitmachen würden, und auch fiel es ihm immer schwerer nicht zu stolpern. Ein paar Mal, wäre er fast auf die Schnauze gefallen, aber da die Frau ihn mittlerweile stützte, kam es nicht so weit. Sias war sich nicht so ganz sicher, ob er dann noch in der Lage gewesen wäre, wieder aufzustehen. Aber dann hätte er eben auf dem Boden geschlafen, wäre ja nicht das erste Mal gewesen. Es war zwar nicht sonderlich gemütlich, aber wenigstens müsste er dann nicht mehr laufen, und die Gefahr sich zu verletzen, wäre wesentlich geringer.

Irgendwie hatte sie es dann aber zu der Treppe geschafft, die Sias vorhin vergeblich gesucht hatte. Aber alleine hätte er sie heute sowieso nicht mehr gefunden. Ziemlich langsam, aber wenigstens ohne umzukippen, schaffte er es schließlich mit Hilfe der Frau nach oben.
Oben angekommen, merkte er immer mehr, dass seine Beine nicht genau das machen wollte, was er wollte, und auch seine Gedanken wären nicht mehr allzu klar. Er bekam auch nicht genau mit, wie sie es schlussendlich zu dem Zimmer geschafft hatte. Sie standen einfach auf einmal davor.

Als die Frau ihn dann schließlich vor dem Zimmer alleine ließ und ihm eine gute Nach wünschte, murmelte er noch:

“Danke.“

Ob sie es verstanden hatte wusste er nicht, denn wirklich verständlich war dieses Wort nicht über seine Lippen gekommen. Aber darüber dachte er im Moment nicht nach. Er dachte sowieso über nichts mehr nach, dazu war er gerade nicht in der Lage. Stattdessen machte er sich daran, diese Tür zu öffnen, was sich als ziemlich schwierig herausstellte. Aber nach ein paar missglückten Versuchen sprang die Tür dann endlich doch auf.
Sias wankte zu dem Bett, und ließ sich darauf fallen. Bevor er richtig da lag, war er auch schon eingeschlafen.
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Ramon
Der Weise
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Fr Jul 06, 2012 5:29 am

Er saß gerade in seinem Empfangszimmer an dem langen hölzernen Schreibtisch als lautes Hufgetrappel aus dem Hof durchs Fenster zu ihm hinauf drang. Sofort stand er alarmiert auf und sah durch das geöffnete Fenster hinunter. Doch der Ankömmling war bereits nicht mehr im Hof. Offensichtlich hatte er es eilig und stürmte bereits durch die Burg. Die Stallknechte führten gerade einen schweißnassen Großen Varoner Wallach durch das Tor zum Stallhof. Ein athletisch gebauter Apfelschimmel. Ein Königliches Pferd. Der hervorragenden Varoner Zucht entstammend. Die Herkunft dieses Pferdes ließ in Ramon schlimme Befürchtungen empor steigen. Es musste ein Bote eingetroffen sein. und nach dazu aus Varon. Dem Königssitz. Das bedeutete immer schlechte Nachrichten. Schon sprang die Tür zu Ramons Empfangszimmer auf und ein großer Mann im besten Alter mit zerzausten Haaren und einem kurzen Bart, der von seiner Übernächtigkeit zeugte, stürmte herein.

"Ramon! Es tut mir Leid, hier so einzudringen. Aber es gibt wirklich wichtige Neuigkeiten!"

Der Mann atmete heftig, er war verschwitzt und roch nach Pferd. Er stand vollkommen verlottert mitten im Raum. In seinem Gesicht ein entschuldigender Blick. Ein Lächeln schob sich in Ramons Gesicht. Er hatte sich bereits vom Fenster gelöst und trat nun mit einem Leuchten in den Augen zu dem Jungen Mann.

"Aber nicht doch, Darius! Es freut mich dich zu sehen, mein Freund."

Er legte dem Boten die Handflächen in die Schultern und sah ihn einen Augenblick stumm an. Dann erst löste er eine Hand von ihm, drehte sich um und wies zu seinem Schreibtisch.

"Setz dich und erzähl!"

Er ging durch den Raum und ließ sich auf seinem Stuhl auf seiner Seite des Tisches nieder. Darius Mainard folgte seiner Aufforderung und setzte sich ihm gegenüber, lehnte sich in seinen Stuhl zurück und atmete tief durch.

"Deine Sicht der Dinge wird getrübt werden wenn du das hier gelesen hast."

Er zog ein dickes Bündel aus seinen Gewändern und reichte es dem Fürsten. Das Paket war aus Paper und mit einem breiten roten Band zusammen gehalten. In der Mitte wurde er von einem dicken Wachssigel überschmolzen. Das königliche Wappen prangte darauf. Ramon runzelte die Stirn und nahm es entgegen. Während er das Päckchen öffnete machte Darius weitere Ausführungen.

"Der König will dich in Varon haben." Und als Ramon einen ernsten und fragenden Blick hoch warf, ergänzte er: "Als Berater."

Es trat eine düstere Stille ein, voll von unausgesprochenen Sorgen. In Ramons Kopf arbeitete es fieberhaft. Er konnte doch nicht einfach nach Varon reisen! er hatte Verantwortung! es galt eine Burg zu führen! So etwas konnte man nicht einfach liegen lassen! Patara war die Hochburg der Fabulae. Es wurde ein Heerführer benötigt.
Endlich ließ sich das Papier öffnen und neben einigen Stationierungsberichten über gewisse Fabulae namens Leonar Savi und Sias Tamyr lag dem Bündel auch noch ein Brief aus der Hand des Königs persönlich bei. Ramon las den Brief andächtig. Dann sah er zu Darius auf.

"Man läd mich und mein Gefolge zum Hofe ein. Auf unbestimmte Zeit. Bis der Krieg vorbei ist. Voraussichtlich. Das ist nicht gut. Es schmerzt mich das alles hier zurück zu lassen. Gerade jetzt."

Bei diesen Worten fiel ihm der junge Jaspis Faraun ein, der im Laufe der Zeit, die Taranische Sprache erlernt hatte.

"Hier ist in letzter Zeit fiel geschehen musst du wissen."

"Ich habe schon gehört. Das Halbblut. Diese Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer unter dem Volk. Da müsste ich nicht einmal Bote sein, um das zu bemerken. Selbst bis zu Damian ist das Gerücht vorgedrungen. Er wünscht, dass du das Halbblut mit nach Varon bringst. Er ist der Meinung das sei eine Staatssache und er habe darüber zu entscheiden. So sehr er dir auch vertraut."

Er sah Ramons nachdenklichen und widerstrebenden Blick und meinte: "Du musst seinem Befehl Folge leisten. Du weißt was sonst geschieht."
Ramon nickte. Er wusste es nur zu gut. Er hob den Kopf und rief laut nach seinem Kammerdiener. Er musste noch ein weiteres Mal rufen bis der alte Turnstyle aus der Seitentür gehumpelt kam.

"Lass nach Dastan St.John rufen! Und auch nach Jaspis Faraun. Suche noch einige weitere Liburniae zusammen und stelle Pferde bereit! Ach ja, und schicke bitte nach Soraya Toné. Sie alle sollen sich im Kartenraum einfinden!"

Turnstyle nickte. Er wusste wann es seinem Herr besonders dringend war. Und diese Sache schien ihm am Herzen zu liegen. Also machte sich der alte Gauner auf den Weg und begann einen Liburnio nach dem nächsten zu besagten Personen auszuschicken.

Während dessen standen Darius Mainard und Ramon von Kre´el im Empfangszimmer gerade auf. "Na komm. Ich werde dich meinen untergebenen vorstellen. In der Versammlung im Kartenraum werde ich entsprechende Vorkehrungen treffen. Ich werde noch heute abreisen. Wenn es dem König dringend ist, so soll man ihn nicht warten lassen. Besonders da der Krieg bevor steht. Eine heikle Situation. Warlich nicht angenehm."

Darius nickte nur beisteuernd. Die beiden Männer verließen das Empfangszimmer und gingen hinüber zum Kartenraum, wo sie eine Karte heraus suchten, auf der die beiden Fürstentümer Varon und Patara verzeichnet waren, und auf die Bewohner der Burg warteten. Unter normalen Umständen wären Darius bereits frische Gewänder und ein Bad angeboten worden. Aber die dringenden Umstände unterbanden leider diese bereits aus Höflichkeit wichtige Floskel.


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Dastan
Heartbreaker
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Fr Jul 06, 2012 5:57 am

Er zerstückelte noch eine letzte Strohpuppe, dann war sein Hass erschöpft. Er entfernte ein paar Strohhalme von der Klinge seines Schwerdes und steckte es dann resigniert in die Scheide zurück. Er trat zum Rand des Platzes an die Bande und betrachtete das Schlachtpferd. Dann fuhr er sich mit den Händen durch das Gesicht. Da gerade bog einer der Bediensteten des Fürsten um die Ecke und begann bereits von weitem irgendetwas zu rufen.

"Was!?"

schrie Dastan ihm entgegen. Der junge Mann, bestenfalls dem Jungenalter entwachsen, gab es auf und lief nun stumm weiter bis er bei dem Liburnio war. Vollkommen außer Atem erstattete der Kleine dann Bericht.

"Der Fürst wünscht Euch im Kartenraum zu sehen! es ist wichtig. Eine Besprechung. Alle kommen! Wisst Ihr worum es geht? Es muss wohl mit dem Boten zu schaffen haben, der gekommen ist."

Dastan musterte den Bediensteten nur skeptisch. Der Fürst wünschte ihn im Kartenraum? Um ehrlich zu sein, war er da nie drin gewesen. Er wusste zwar wo er lag, aber sonst? Und so wichtig, war Dastan wirklich nicht, dass er Teil einer Besprechung wurde. Besonders da der Fürst nicht all zu gut auf ihn zu sprechen sein musste. Alles nur wegen Falk. Ein Funke Wut stach wieder in ihm hempor. War jedoch sofort wieder von den Umständen beseitigt worden. Er klopfte dem Jungen nur stumm auf die Schulter und lief los. Er ging nicht. Er lief. Er wollte das nicht verpatzen. Das roch nach einem richtigen Auftrag. Und nach einem Auftrag sehnte er sich seit längerem. Vielleicht brachte das auch die nötige Ablenkung? Aber dass ein Bote hier war zeigte, dass die Sache ernst war. Also stürmte der Liburnio über den Burghof. Seine Schritte hallten laut von den Wänden wider als er in die Empfangshalle trat und wieder zu laufen begann. Er jagte die Treppe hinauf und nahm zwei Stufen auf einmal. Kaum außer Atem kam er beim Kartenraum an. Dort traf er auf einige andere Liburniae, höchstens zehn oder fünfzehn - nicht einmal annähernd das hier stationierte Heer -, die sich gerade durch die Tür drängten. Dastan mischte sich unter sie und trat nicht ohne schiefe Seitenblicke von Anderen in den Kartenraum. Er hob den Blick und sah sich aufmerksam um. Der ganze riesige Raum war voll gestellt mit übermannshohen Regalen, voll von Büchern und zusammen gerollten Karten. Teilweise vergilbtes Papier lugte aus Regalöffnungen und reckte sich dem Licht entgegen, das durch einige hohe Fenster an zwei Wänden vom Stall- und vom Innenhof herein fiel.
Dastan riss sich von dem beeindruckenden Anblick los und fand gerade noch rechtzeitig einen guten Platz vorne am riesigen Kartentisch, an dem nun der Fürst und ein Fremder standen. Wahrscheinlich war dieser Fremde der Bote, von dem der Junge erzählt hatte. Langsam verstummten die Gespräche im Raum und alles wartete gespannt auf das was der Fürst so wichtiges zu verkünden hatte. Es sah wirklich ernst aus. Als Dastan dem Blick des Fürsten begegnete nickte der ihm mit einem undeutbaren Gesichtsausdruck zu. Hieß das etwa, dass ihm vergeben war? Unsicherheit breitete sich in Dastan aus, abgelöst von der Wärme, die der Blick des Fürsten in ihm hinterließ.
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Jaspis
Das Halbblut
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Fr Jul 06, 2012 6:22 am

Er drehte den Kopf nur etwas, sodass er die Tür aus dem Augenwinkel sehen konnte.

"Herein!"

Auf dem "r" lag dieses unverwechselbare Nanische Rollen. Jaspis hatte noch immer einen starken Nanischen Akzent. Doch wenigstens konnte er Taranisch sprechen. Der Fürst war ein guter Lehrmeister. Er hatte ihm die Grammatik schnell und einfach erklärt. Und Jaspis´ Verstand hatte all das gierig in sich aufgesogen. Er hatte erwartet, dass der Kammerdiener des Fürsten vor der Tür stand. Als nun jedoch einer der Liburniae eintrat war das Halbblut verwundert. Mit einem irritierten Blick drehte er sich ganz herum und fragte:

"Was willst du?"

Das "s" war ein wenig zu weich ausgesprochen. Man musste gut zuhören um es überhaupt wahrzunehmen und es nicht als leises Rauschen zu deuten. Der Liburnio hatte einen seltsamen Blick in den Augen. Zum einen entschlossen, zum anderen unsicher. Ja, er war das Halbblut. Noch immer kurios, wo er nun doch schon eine Weile hier war. Doch der Mann kam schnell heraus mit der Sprache.

"Der Fürst wünscht, dass Ihr bei einer Besprechung im Kartenraum anwesend seid. Jetzt."

Damit war der Liburnio auch schon wieder verschwunden. Er hatte die Tür offen stehen lassen. Einen Augenblick lang blieb Jaspis noch dort stehen, sah zur offenen Tür. Dann warf er noch einmal einen Blick durchs Zimmer. Seine neue Schlafstätte. Es wunderte ihn ein wenig, dass der Fürst ihn jetzt so plötzlich und unerwartet zu einer Besprechung herbei rief. Wer fragte schon das Halbblut um Rat? Mit einem leicht verbitterten Ausdruck im Gesicht trat Jaspis hinaus und schloss die Tür sorgsam hinter sich. Bis zum Kartenraum war es nicht weit. Er musste lediglich einmal über den Flur gehen. Er öffnete die Tür zu dem Großen Raum, in dem er bereits Sprachunterricht vom Fürsten erteilt bekommen hatte, und trat ein. Er senkte den Blick etwas und drängte sich etwas unterwürfig vor zu Ramon von Kre´el.

"Fürst?"

Wieder das gerollte "r", wieder das leise "s". Jetzt erst sah er auf. Neben dem Fürsten stand ein ihm unbekannter Mann. Aber er hatte einen schrecklich interessierten und faszinierten Blick im Gesicht. Er sagte jedoch zum Glück nicht und schob etwas Wärme in seinen Blick, sodass Jaspis nicht ganz wusste was er von dem Fremden halten sollte. Wahrscheinlich sah er ihn als nichts anderes als ein Versuchsobjekt. Zumindest war die Aufmerksamkeit im Raum wieder einmal bei Jaspis. Er würde sich wohl daran gewöhnen müssen. Nun tauchte jedoch auch der Kammerdiener des Fürsten auf und drängte sich zu diesem hindurch. Der fürst senkte das Haupt auf Höhe seines Dieners hinab. Die beiden sprachen leise. Doch jaspis besaß das ausgezeichnete Gehör eines Echos, und so verstand er jedes Wort. Der diener hatte alle geforderten Menschen zusammen getrieben. Einzig Soraya Toné war nirgends aufzufinden.
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Soraya
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Mi Jul 11, 2012 7:06 am

Soraya starrte in ihre Flasche, die sich beachtlich dem Ende zuneigte. Ihr Blick glitt zu den übrigen Flaschen die noch auf dem Tisch standen. Mhm.. Eine mehr oder weniger… War jetzt auch dann egal. Sie konnte jetzt schon keinen klaren Gedanken mehr fassen. Aber heute Abend war eh nichts wichtiges mehr. Da musste sie nicht unbedingt bei klarem Verstand sein. Auf einmal sah sie wie Léonar sich vor ihr auf dem Tisch niederließ. Im nächsten Monet hörte sie wie Sias den Raum verließ. Die Tür schlug hinter ihm zu, dann war es für einen kurzen Moment still. Ihr Blick blieb an ihrem Gegenüber hängen, der dabei war sie anzumachen. Soraya ließ ihren Blick über ihn gleiten. Dann erschien ein kleines, verführerisches Lächeln auf ihren Lippen. Warum nicht? Heute war ihr sowieso alles vollkommen egal. Und mit Verstand handelte sie eh nicht mehr. Dafür hatte der Alkohol schon gesorgt.

Langsam stand sie auf und stellte sich vor ihn hin. Dann legte sie ihre Arme um seinen Hals. Wenn er heute Spaß haben wollte, sollte er ihn bekommen. Sie lehnte sich ein wenig nach vorne, und drückte ihre Lippen auf seine. Ihre Hände glitten von seinem Hals nach unten dann begann sie langsam ihn auszuziehen. Dabei stellte sie sich nicht wirklich geschickt an, aber wie schon gesagt, durfte man nicht mehr allzu viel von ihr erwarten. Und da Léonar auch nicht mehr wirklich bei klarem Verstand war und auch nicht mehr richtig denken konnte, würde es ihm schon egal sein. Es lag sowieso nur das Ziel dahinter, Spaß zu haben. Alles andere zählte nicht. Und den würde sie beide höchst wahrscheinlich haben…


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Falk
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Fr Jul 13, 2012 6:59 am

Falk sah Dastan fassungslos hinterher. Hatte der jetzt den Verstand verloren, oder was war hier los? Kopfschüttelnd wandte er sich von dem Tor ab und schaute einen kurzen Moment gedankenverloren in die Box, die er gerade noch ausgemistet hatte. Dann schaute er zu den, anscheinend auch ziemlich verwirrten Liburniae und meinte:

“Entweder ihr verschwindet jetzt, oder ihr helft mir. Aber ich kann es gerade echt nicht gebrauchen, wenn mir jemand im Weg rum steht!“

Die anderen sahen sich kurz an. Dann meinte Mikko kühl:

„Kommt Jungs! Wir sind hier nicht mehr erwünscht!“

Damit wandten sie sich von Falk ab, und verließen den Stall.

Idioten!

Dachte Falk und trat wieder in die Box. Auf solche Freunde konnte er getrost verzichten. Wütend begann er die Box wieder mit Stroh auszulegen.
Zum Glück war das die letzte Pferdebox gewesen, denn Falk hatte keine Lust noch länger in diesem Stall zu bleiben. Er brachte die die Schubkarre weg und machte sie dann auf den Weg in die Burg.
Auf dem Weg in sein Zimmer, begegnete er zum Glück außer ein zwei Liburniae, mit denen er aber nichts zu tun hatte, niemandem. Denn er wollte sie jetzt wirklich mit niemandem unterhalten. Das einzige was er wollte, war seine Ruhe zu haben.

Als er in seinem Zimmer angekommen war, schlug er die Tür hinter sich zu und lief dann zu seinem Bett. Er ließ sich darauf fallen und starrte an die Decke. Er überlegte, was genau heute schief gelaufen war, denn eigentlich war der Tag wie jeder andere verlaufen. Naja… bis auf die Tatsache mit Dastan und Soraya. Aber Falk verstand immer noch nicht, weshalb Dastan so ausgerastet war. Er war doch sonst auch nicht so? Aber wenn er meinte, dass es nötig war… da konnte ihm Falk leider auch nicht weiter helfen. Und entweder Dastan beruhigte sich wieder, oder nicht. Falk war im Moment wirklich alles egal.
Aber da der Tag sowieso fast zu Ende war, wenn man bedachte, dass es draußen fast dunkel war, konnte er heute auch nichts mehr machen. Und er wollte auch nicht. Er würde jetzt hier liegen bleiben, und dann schauen, was der morgige Tag mit sich brachte.
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Léonar

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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Fr Jul 13, 2012 9:32 am

Knallend schlug die Tür hinter Léonar zu, als er aus dem Festsaal kam, ein ziemlich selbstzufriedenes Grinsen im Gesicht. Wenn das mal kein herzlicher Empfang war. Mit Abstand der Beste bisher. Kurz blieb Léonar stehen und schaute sich um. So langsam kam auch sein Verstand wieder von den minimalistischen Trieben fern, die ihn gerade noch beherrscht hatten und er bemerkte, das Sias fehlte. Hm. Ach, der würde sich schon zurecht finden. War ja immerhin ein großer Junge. Ein kurzes Kichern entrang sich seiner Kehle. Oh ja, auch wenn man es kaum für möglich gehalten hätte, sein Niveau war noch tiefer gesunken.

So, da stand er also nun, und was sollte er jetzt tun? Ein Zimmer hatte er noch nicht, zumindest so weit er sich erinnerte. Aber nun machte sich eine bleierne Müdigkeit in ihm breit und er gähnte einmal. Sein Verstand, nun auch noch, zusätzlich zum Alkohol von dem Wunsch nach Schlaf benebelt, sagte ihm, das er sich jetzt gefälligst was zum Schlafen suchen sollte, sonst würde es was setzen.

“Wie du meinst....“

nuschelte Léonar, auch wenn es ihm selbst nicht ganz klar war, zu wem. Aufgrund des fehlenden Orientierungssinns, würde Léonar wohl in dieser Nacht nicht mehr zu den Schlafgemächern der Fabulae finden. Wenigstens das war ihm klar. Deshalb ließ er sich einfach in eine Ecke sinken, rollte sich auf die Seite und legte die Arme unter den Kopf. Schon bald fiel er in einen mehr oder weniger guten Schlaf.
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Soraya
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Sa Jul 14, 2012 12:53 pm

Nachdem Léonar den Festsaal verlassen hatte, blieb sie noch einen Moment sitzen. Das lag zu einem an dem Alkohol, der ihr mehr und mehr zu Kopf stieg und zum anderen daran, dass sie erst jetzt langsam registrierte, was sie da gerade getan hatte. Aber durch ihre nicht mehr ganz so klaren Gedanken, gab sie bald auf sich über all das den Kopf zu zerbrechen. Wahrscheinlich würde die endgültige Erkenntnis erst morgen früh kommen. Bis dahin hatte sie jedoch noch ein wenig Zeit.

Langsam erhob sie sich und machte sich auf den Weg zur Tür. Bevor sie den Festsaal verließ ließ sie ihren Blick noch einmal über das Chaos wandern, das sie hinterlassen hatten. Auf dem Boden lagen Scherben einer zerbrochenen Flasche und auch noch die ein oder andere leer und auch volle Weinflasche, die vom Tisch gefallen war. Aber Soraya hatte jetzt wirklich keine Lust sich darum zu kümmern. Entweder sie machte es morgen oder irgendjemand anders, beseitigte alles. War ihr egal. Musste ja auch niemand wissen, wer schuld daran war, dass es hier so aussah.

Schließlich verließ sie den Saal und machte sich auf den Weg zu den Schlafräumen. Nichts wünschte sie sich mehr als ihr Bett. Sie hatte schon fast die Treppe erreicht, als auf einmal ein Liburnio auf sie zu eilte und ihr sagte, sie solle sofort in den Kartenraum kommen. Auch das noch. Soraya seufzte. Warum konnte das nicht bis morgen warten? Sie wollte ins Bett und nicht in den Kartenraum. Aber vielleicht war es ja doch etwas wichtiges, und so lange würde es schon nicht dauern.
Missmutig machte sie sich auf den Weg.

Als sie den Raum endlich erreicht hatte, öffnete sie die Tür und trat ein. Ein paar blicke richteten sich auf sie, aber Soraya ignorierte sie einfach. Dann lief sie zu einem der freien Stühle und ließ sich darauf nieder. Sie versuchte so aufrecht wie möglich dazusitzen, damit ihr niemand ihren derzeitigen Zustand ansah. Denn einen wirklich guten Eindruck würde das garantiert nicht hinterlassen, so viel war sicher. Sie richtete ihren Blick auf Ramon. Neben diesem erkannte sie Jaspis, aber sie beachtete ihn nicht weiter. Das war wohl das Beste. Aus dem Augenwinkel sah sie Dastan, aber auch ihm schenkte sie keine Aufmerksamkeit. Stattdessen wartete sie darauf, was denn so wichtig war, dass es unbedingt noch heute Abend erledigt werden musste.


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Ramon
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Mo Jul 16, 2012 4:54 am

Die gerufenen Personen fanden sich nach und nach im Kartenraum ein. Auch Jaspis trat irgendwann durch die massige hölzerne Tür und bahnte sich einen weg zu ihm durch. Nun ja, er musstesich wenig bahnen. Ihm wurde automatisch Platz gemacht. Man würde wohl nicht mehr behaupten können, dass Jaspis zu dieser Gesellschaft gehöre. Er verhielt sich jedoch sehr höflich als er bei dem Fürsten ankam und Ramon erklärte im Flüsterton:

"Es gibt Nachrichten aus Varon. Ich werde es dem Hof sofort verkünden. geduldet Euch, mein Freund."

Das Halbblut konnte ihn ausgezeichnet verstehen. Im Laufe des Tages hatte er viel gelernt. Unter anderem auch die Sprache des Landes. Als endlich auch soraya in den Raum trat, obwohl Ramon die Hoffnung, sie tauche auf, bereits aufgegeben gehabt hatte, räusperte er sich um sein anliegen los zu werden. Während sich die Stille auf den Raum senkte warf Ramon einen Blick zu Soraya, die sich als einzige gesetzt hatte. Innerlich seufzte er, sie wirkte kaum bei sinnen. Und ihr Aufzug war indiskutabel. Ihr Wams war verdreht, der Hosenbund zerknittert, der gürtel hing auf Halb acht. Er warf Soraya einen strengen Blick zu, dann richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf die versammelten Menschen.

"Meine geehrten Mitkämpfer, Unterstützung im Krieg und Helfer in der Not! Dieser Mann ist Darius Mainard. Er ist Bote des Königs und überbrachte uns soeben eine wichtige Nachricht aus Varon. Der König verlangt mich und mein Gefolge am königlichen Hofe." Ein raunen ging durch die Leute. Varon war ein begehrter Standort für die königliche Armee, und dort hin zukommen hatte wahrscheinlich einen gleichen Anziehungswert für die Krieger wie die Vorstellung, einen Greifen zu haben, für die Liburniae. Nach dem sich wieder die Ruhe über die Menschen gesenkt hatte sprach Ramon weiter. "Ich werde noch heute abend aufbrechen. Marco, Laschko, Frania, Martinique und Caspar, sowie Dastan, Marinesse und Karto, ihr werdet mit mir ziehen und meine Garde bilden! Ihr seid zu gleichen Teilen in Fabulae und Liburniae eingeteilt, um in beiden Elementen kampfstark zu sein. Es werden genügend hier bleiben, um Patara zu verteidigen. Jaspis, du kommst außerdem mit uns. Der König will dich kennen lernen. Ich weiß nicht, wie lange wir in Varon bleiben werden, meine Freunde. In der Zeit, die ich weg bin, wird sich Soraya um die Verwaltung der Burg kümmern. Ich erwarte von dir, dass du diese Aufgabe gewissenhaft erledigst, Soraya, und mich nicht enttäuscht." Auf seinen letzten Worten lag ein besonderer Nachdruck.

Dann sah er wieder auf. "Also! Packt eure Sachen! Wir brechen auf!"

Kaum hatte er geendet, begannen sich die Leute zu zerstreuen, gingen hinaus und packten ihre Sachen. Jaspis und Soraya blieben jedoch noch auf ein kopfnicken ramons hin im Zimmer. Er begann mit Jaspis und meinte: "Packe einige satteltaschen voll! Du darfst auch gern mehr mit nehmen, aber du bist ja bereits mit wenig angekommen. Wir nehmen auf jeden Fall einige Packtiere mit. Wir werden nicht fliegen. Du bekommst eines meiner Pferde. Es soll dir an nichts fehlen. Aber warne deinen Greifen! er soll nicht in zu großer Nähe zu uns fliegen wenn wir reisen. Es herrscht Krieg, und ich weiß nicht wie gut wir einen Angriff abwehren können." Er wies dem jungen Fabulo an, zu gehen und wandte sich dann an Soraya. Seine Stimme war sorgenvoll. "Ich hoffe wirklich, dass du mich nicht enttäuschst." Er hatte ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Aber er konnte nicht sagen warum. Er hatte Angst sein Anwesen zurück zu lassen. Mehr als sonst.

Ohne ein weiteres Wort verschwand er und machte sich daran, zu packen. Nach ungefähr einer Stunde waren alle zum Aufbruch bereit. Wie Ramon es gewünscht hatte, war Jaspis der Aldonarer Zuchthengst Silas zugeteilt worden. Ein wunderschöner Apfelschimmel und Ramons ganzer Stolz. Jaspis hatte solch ein prächtiges Tier verdient. Die Männer hatten sich aufbruchbereit im Innenhof versammelt. Über der Burg kreisten die aufgeregten Greifen unf Phönixe. Darunter auch Firehawk. Er hatte eine Nachricht von seinem Meister erhalten und kreiste nun ruhig über den Türmen. Er war der Anführer der Phönixe und ein ruhiger Charakter. Er freute sich zwar auf Varon, sah aber auch wehmütig zu seiner Heimat zurück. genau wie Ramon. Dieser nahm die Zügel seines Schlachtpferdes Daran in die Hand und stieg auf. "Lasst uns reiten!" Damit gab er dem Hengst die Sporen und der Tross gallopierte über die Zugbrücke davon. Hinaus in die Wälder Pataras, immer in Richtung Varons. Kaum hatten sich die Reiter am Boden in bewegung gesetzt, lösten sich auch ihre Flugtiere aus der riesigen Herde am Himmel und flogen in weiten verträumten Bahnen über den Wald hinweg. Ramon atmete die mittlerweile kühle Waldluft ein, die das Halbdunkel durchdrang. Es brach eine schwere Zeit an. aber er genoss den Moment und ließ sich von seinem Hengst über den Boden tragen, im Geiste immer verbunden mit seinem Gefährten Firehawk.


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Soraya
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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Mo Jul 16, 2012 5:55 am

Soraya versuchte den Worten Ramons so gut es ging zu lauschen. Aber es fiel ihr immer schwerer sich zu konzentrieren. Ihre Gedanken machten sich ständig selbstständig, aber sie versuchte sich trotzdem zu beherrschen. Den was Ramon da verkündete war wirklich wichtig. Das wusste Soraya. Auch wenn die Bedeutung der Worte etwas länger brauchten um für sie einen Sinn zu ergeben.

Etwas schockiert war sie jedoch schon, als Ramon meinte, er würde die Burg verlassen um nach Varon zu gehen. Denn jetzt hatte sie die Verantwortung. Die Verantwortung über die komplette Burg Greifenstein. Sie sank auf ihrem Stuhl etwas in sich zusammen. Soraya wusste nämlich wirklich nicht wie sie es schaffen sollte, dass alles hier auf die Reihe zu bekommen. Sie schaffte es ja nicht einmal, mit sich selbst fertig zu werden. Aber ändern konnte sie an der ganzen Situation sowieso nichts mehr. Ramon würde aufbrechen und sie wäre hier alleine. Alleine mit der Burg und der Verantwortung.

Das darf doch alles nicht wahr sein…!

Ging es ihr durch den Kopf. Sie unterdrückte ein Stöhnen. Musste ja nicht jeder mitbekommen, was sie von der Sache hier hielt.

Als Ramon mit seiner Ansprache schließlich fertig war, wollte sie schon aus dem Kartenraum eilen, um endlich in ihr Zimmer zu kommen. Aber Ramon machte ihr durch ein Kopfnicken deutlich, dass sie noch hier bleiben musste. Deswegen blieb sie sitzen und versuchte nicht allzu unglücklich auszusehen.
Ihre Laune wurde jedoch noch einen Tick schlechter, als sie sah, dass auch Jaspis noch hier war. Toll. Jetzt musste sie auch noch mit dem in einem Raum sein. Geduldig wartete sie, bis Ramon sich schließlich ihr zuwandte. Sie antwortete nicht auf seine Worte, denn wahrscheinlich wäre die Antwort ziemlich undeutlich gewesen. Aber er schien auch gar keine Antwort zu erwarten, denn kurze Zeit später verließ er den Raum schon wieder. Jetzt saß Soraya alleine im Kartenraum. Kurz schloss sie die Augen und atmete einmal tief durch. Ramon verließ sich auf sie, aber Soraya wusste nicht, ob sie ihrer neuen Aufgabe wirklich gerecht werden konnte. Sie zweifelte stark daran.
Sie hatte zwar schon immer eine Aufgabe auf der Burg gehabt, jedoch hatte sie gewusst, dass da immer noch Ramon war, der das wichtigste Regelte. Jetzt jedoch musste sie sich um alles kümmern.

Sie seufzte und erhob sich dann schließlich. Sie musste sich einen Augenblick an ihrem Stuhl festhalten, weil der Raum sich zu drehen begann. Dann aber schaffte sie es den Kartenraum zu verlassen.

Mit langsamen Schritten, um nicht zu stolpern, machte sie sich schließlich auf den Weg zu den Schlafräumen. Egal wie viele Probleme sie im Moment hatte, im Moment wollte sie einfach nur in ihr Bett. Im Schlaf konnte sie ihre Probleme für eine Zeit lang vergessen.

Sie betrat ihr Zimmer und lief auf ihr Bett zu. Ohne sich irgendetwas anderes anzuziehen oder noch einen Abstecher ins Bad zu machen, legte sie sich hin. Durch das leicht geöffnete Fenster konnte sie die Geräusche der Pferde und Greife sowie Phönixe hören, die sich auf den Weg nach Varon machten. Keine Minute später war sie jedoch eingeschlafen.


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BeitragThema: Re: Kapitel 1   Di Jul 17, 2012 2:56 am

Plotschließung.


Kapitel 1 - Das Halbblut

Tag 1

... ist abgeschlossen.

Weiter geht es in Kapitel 2 - Die Ära der Mächtigen
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